Ihre finanzielle Reichweite gibt an, wie viele Monate Sie alle notwendigen Ausgaben weiterzahlen könnten, wenn Ihr Einkommen heute wegfiele. Teilen Sie das schnell verfügbare Geld – zuerst Bargeld, dann liquide Geldanlagen nach Steuern und einem Abschlag für Kursverluste – durch Ihre monatlichen Pflichtausgaben: Wohnen, Kreditraten, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität und andere Grundkosten. Rechnen Sie die Reichweite nur mit Bargeld gesondert. Drei bis sechs Monate sind ein gängiges Ziel; wer ein unregelmäßiges Einkommen oder Angehörige zu versorgen hat, braucht meist mehr.
Die Formel
Reichweite (Monate) = schnell verfügbares Geld ÷ notwendige monatliche Ausgaben.
Rechnen Sie sie zweimal:
- Reichweite mit Bargeld: nur Girokonto, Tagesgeld und Geldmarktkonten. Dieses Geld ist am ersten Tag da.
- Liquide Reichweite: Bargeld plus Geldanlagen, die Sie binnen weniger Tage verkaufen könnten – angesetzt nach geschätzten Steuern und mit einem Puffer für einen Kursrückgang. Das ist Ihre zweite Verteidigungslinie.
Was zu den monatlichen Ausgaben zählt
Setzen Sie an, was Sie zahlen müssen, nicht was Sie gern ausgeben würden:
- Miete oder Kreditrate für die Immobilie, Grundsteuer und Gebäudeversicherung
- Mindestraten für jeden Kredit und jede Karte
- Strom, Heizung, Wasser, Telefon, Internet
- Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs
- Mobilität, Krankenversicherung und Medikamente
- Kinderbetreuung, Unterhalt und andere Verpflichtungen
Abos, Reisen und Restaurantbesuche würden Sie als Erstes streichen – lassen Sie sie aus der Pflichtsumme heraus, aber wissen Sie, was sie kosten.
Ein Rechenbeispiel
Ein US-Haushalt mit 18.000 US-Dollar an Ersparnissen, einem Depot über 65.000 US-Dollar und notwendigen Ausgaben von 6.200 US-Dollar im Monat:
| Betrag | Monate | |
|---|---|---|
| Reichweite mit Bargeld | 18.000 $ | 2,9 |
| Geldanlagen nach 15 % Abschlag für Steuern und Kursverluste | 55.250 $ | 8,9 |
| Liquide Reichweite | 73.250 $ | 11,8 |
Auf dem Papier hat die Familie fast ein Jahr. In bar sind es keine drei Monate – und fällt der Markt gleichzeitig mit dem Einkommen weg, müssen die Wertpapiere womöglich im ungünstigsten Moment verkauft werden.
Reichweite verschafft Ihnen Zeit für eine gute Entscheidung statt einer erzwungenen.
Wie viele Monate Sie brauchen
Eine gängige Faustregel sind drei bis sechs Monate an notwendigen Ausgaben als Bargeld. Planen Sie mehr ein, wenn:
- Ihr Einkommen unregelmäßig ist: Selbstständigkeit, Provisionen, ein eigenes Unternehmen;
- ein einziges Einkommen den Haushalt trägt;
- Sie Angehörige versorgen oder gesundheitliche Risiken haben;
- es in Ihrer Branche länger dauert, eine neue Stelle zu finden.
Weniger kann genügen, wenn der Haushalt zwei sichere Einkommen und guten Versicherungsschutz hat. In der im Mai 2026 veröffentlichten Erhebung der Federal Reserve für 2025 gaben rund 55 % der Erwachsenen in den USA an, Ersparnisse für drei Monate Ausgaben zu haben.
Wie Sie Ihre Reichweite verlängern
- Die notwendigen Ausgaben senken. Jede günstigere Fixkostenposition verlängert die Reichweite jeden Monat, dauerhaft.
- Bargeld automatisch aufbauen. Ein fester Dauerauftrag am Zahltag funktioniert besser, als zu sparen, was übrig bleibt.
- Das Polster dort parken, wo es etwas bringt. Ein Tagesgeld- oder Geldmarktkonto hält es verzinst und erreichbar.
- Die zweite Linie kennen. Welche Geldanlagen würden Sie zuerst verkaufen, und welche Steuern fielen an?
- Nicht auf Kredit bauen. Ein verfügbarer Kreditrahmen ist keine Reichweite, sondern eine künftige Rate.
Häufige Fehler
- Durch das Einkommen statt durch die Ausgaben teilen. Die Reichweite misst, was abfließt.
- Immobilien-Eigenkapital oder Altersvorsorge mitzählen. Daran kommen Sie nur langsam oder teuer heran.
- Mit dem heutigen Depotwert rechnen. Testen Sie ihn mit einem Rückgang um 20–30 %.
- Unregelmäßige Rechnungen vergessen. Jahresbeiträge für Versicherungen, Steuern und Reparaturen gehören anteilig in den Monatsdurchschnitt.
- Nie neu rechnen. Ein neuer Kredit, ein Kind oder ein Umzug verändern die Zahl.
So geht es in AOS
Wann Sie neu rechnen sollten
Rechnen Sie jedes Quartal neu und nach jeder Veränderung bei Einkommen, Wohnen, Schulden oder Familie. Sinkt die Reichweite unter Ihren Zielwert, füllen Sie zuerst das Bargeld wieder auf, bevor Sie neue Verpflichtungen eingehen.
FAQ
Ist die Reichweite dasselbe wie ein Notgroschen?
Der Notgroschen ist das Bargeld, das Sie zurücklegen; die Reichweite ist die Zeit, die es reicht. Zwei Menschen mit gleich hohem Notgroschen können eine ganz unterschiedliche Reichweite haben, wenn ihre Ausgaben verschieden sind.
Sollte ich Arbeitslosengeld einrechnen?
Sie können erwartete Leistungen unter „durch Einkommen gedeckt“ ansetzen, rechnen Sie aber vorsichtig: Sie können sich verzögern, durch eine Sperrzeit ruhen oder niedriger ausfallen als gedacht.
Wo sollte ich das Bargeld parken?
Sicher, durch die Einlagensicherung geschützt und binnen ein bis zwei Tagen verfügbar – typischerweise auf einem Tagesgeld- oder Geldmarktkonto, nicht am Aktienmarkt.
Wie rechne ich Geldanlagen ein?
Mit Abschlag. Ziehen Sie geschätzte Steuern auf Gewinne ab und unterstellen Sie einen spürbaren Kursrückgang, denn wenn Sie das Geld brauchen, ist es oft ein schlechter Moment an den Märkten.
Was, wenn meine Reichweite unter einem Monat liegt?
Beginnen Sie mit einem kleinen, automatischen Dauerauftrag und streichen Sie eine Fixkostenposition. Schon ein Monat Bargeld verändert, wie Sie mit der nächsten Überraschung umgehen.
Quellen
- Federal Reserve: Economic Well-Being of U.S. Households in 2025 – finanzielle Lage der US-Haushalte (Mai 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Kein Geld für Rechnungen und unerwartete Ausgaben, EU-SILC 2025 (11. Mai 2026)
- Sozialgesetzbuch III (SGB III), § 147 – Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes (abgerufen Oktober 2026)
- Sozialgesetzbuch III (SGB III), § 149 – Höhe des Arbeitslosengeldes (abgerufen Oktober 2026)
- Sozialgesetzbuch III (SGB III), § 159 – Ruhen bei Sperrzeit (abgerufen Oktober 2026)
- Verwaltungsportal des Bundes: Arbeitslosengeld – Voraussetzungen, Höhe und Dauer
Dieser Artikel dient nur der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen werden mit Quelle und Datum angegeben.



