Ihr Nettovermögen ist der Marktwert von allem, was Sie besitzen, abzüglich aller Schulden. Listen Sie Ihr Vermögen auf – Bargeld, Geldanlagen, Altersvorsorge, Immobilien, Fahrzeuge, Unternehmensbeteiligungen – zu dem Preis, den Sie heute dafür erzielen würden. Ziehen Sie dann jede Verbindlichkeit mit ihrer aktuellen Restschuld ab: Baufinanzierung, Auto- und Studienkredite, Kreditkarten. Das Ergebnis kann negativ sein; entscheidend ist die Entwicklung, nicht der Ausgangspunkt. Rechnen Sie in einem festen Rhythmus neu, monatlich oder vierteljährlich.
Die Formel
Nettovermögen = Summe der Vermögenswerte − Summe der Verbindlichkeiten.
Mehr ist die Formel nicht. Die eigentliche Arbeit steckt in den Eingangswerten: jeder Vermögenswert zu seinem heutigen realistischen Wert, jede Schuld mit ihrem heutigen Stand, alles zum selben Stichtag. Hier ein einfaches Beispiel für die Vermögensbilanz eines Haushalts.
| Position | Wert |
|---|---|
| Eigenheim (realistischer Verkaufspreis) | 420.000 € |
| Wertpapierdepot | 65.000 € |
| Altersvorsorgekonto (z. B. 401(k) in den USA) | 88.000 € |
| Bargeld und Ersparnisse | 18.000 € |
| Auto (Wert beim Privatverkauf) | 24.000 € |
| Summe Vermögenswerte | 615.000 € |
| Restschuld Baufinanzierung | 290.000 € |
| Autokredit | 14.000 € |
| Kreditkarten | 3.000 € |
| Summe Verbindlichkeiten | 307.000 € |
| Nettovermögen | 308.000 € |
Was als Vermögenswert zählt
Ein Vermögenswert ist alles, was Ihnen gehört und sich zu Geld machen lässt. Bewerten Sie jeden Posten mit dem Betrag, den er heute einbringen würde – nicht mit dem, was Sie dafür bezahlt haben.
- Bargeld: Girokonto, Tagesgeld, Geldmarktkonten – zum aktuellen Kontostand.
- Geldanlagen: Aktien, Fonds, Anleihen, Krypto – zum heutigen Marktpreis.
- Altersvorsorge: in den USA 401(k), IRA und Ähnliches, hierzulande etwa Riester-, Rürup- oder Betriebsrentenverträge mit Kapitalwert. Rechnen Sie sie mit ein, aber denken Sie daran, dass Steuern und mögliche Abschläge zwischen dem Kontostand und Ihrem verfügbaren Geld stehen.
- Immobilien: ein realistischer Verkaufspreis auf Basis kürzlich erzielter Preise für vergleichbare Objekte – nicht der Angebotspreis für das Haus nebenan.
- Fahrzeuge: der Wert beim Privatverkauf, der meist weit unter dem Kaufpreis liegt.
- Unternehmensbeteiligungen und andere Wertgegenstände: nur, wenn Sie sie realistisch verkaufen könnten.
Lassen Sie weg, was sich nicht verkaufen lässt: künftiges Gehalt, Möbel und Alltagsgegenstände, Geld, das Sie erst zu bekommen hoffen.
Was als Verbindlichkeit zählt
Eine Verbindlichkeit ist jeder Betrag, den Sie schulden. Setzen Sie die Restschuld zum selben Stichtag an wie Ihre Vermögenswerte.
- Baufinanzierung und Kredite auf das Eigenheim
- Autokredite und Leasingverträge mit Ablösebetrag
- Studienkredite
- Kreditkarten – der volle Saldo, auch wenn Sie ihn jeden Monat ausgleichen
- Privatkredite, Ratenkäufe („Jetzt kaufen, später bezahlen“), fällige Steuern, Schulden bei der Familie
Nettovermögen vs. liquides Nettovermögen
Zwei Familien mit demselben Nettovermögen von 300.000 € können in sehr unterschiedlicher Lage sein. Steckt der Großteil im Eigenheim, lassen sich davon die Rechnungen dieses Monats nicht bezahlen, ohne zu verkaufen oder einen Kredit aufzunehmen.
Deshalb ist eine zweite Zahl wichtig: das liquide Nettovermögen – Bargeld, Geldanlagen und Krypto abzüglich der darauf besicherten Schulden. Es zeigt, über wie viel Ihres Kapitals Sie innerhalb weniger Tage tatsächlich verfügen könnten. Verfolgen Sie beide Werte: Das gesamte Nettovermögen zeigt, wie Ihr Wohlstand wächst, das liquide, wie viel Handlungsspielraum Sie haben.
Wo Sie im Vergleich stehen
Die US-Notenbank Federal Reserve erhebt alle drei Jahre im Survey of Consumer Finances das Vermögen der amerikanischen Haushalte. Die Ergebnisse für 2025, veröffentlicht am 9. Oktober 2026, zeigen für die USA ein reales Median-Nettovermögen von 215.900 US-Dollar, 2 % mehr als 2022, und einen Mittelwert von 1,24 Millionen US-Dollar.
Der Mittelwert wird von den reichsten Familien nach oben gezogen, vergleichen Sie sich daher mit dem Median. Das Alter verändert das Bild deutlich: Haushalte mit einem Haushaltsvorstand unter 35 Jahren kamen auf einen Median von rund 33.000 US-Dollar, 23 % weniger als 2022, während Haushalte ab 75 Jahren 504.900 US-Dollar erreichten – den höchsten Median einer Altersgruppe in der Geschichte der Erhebung. Eigentümer hatten einen Median von 458.900 US-Dollar, Mieter von 10.600 US-Dollar.
Der aussagekräftigste Vergleich ist der mit Ihnen selbst vor einem Jahr.
Häufige Fehler
- Kaufpreis statt aktuellem Wert. Ein Auto, das vor drei Jahren 45.000 € gekostet hat, ist heute keine 45.000 € mehr wert.
- Kleine Schulden vergessen. Kreditkarten, Ratenzahlungen und Steuernachzahlungen summieren sich.
- Das Eigenheim doppelt zählen. Setzen Sie den Wert der Immobilie als Vermögenswert und die Baufinanzierung als Verbindlichkeit an – nicht zusätzlich noch das „Eigenkapital in der Immobilie“.
- Altersvorsorge wie Bargeld behandeln. Sie zählt, aber es gelten Steuern und Zugriffsregeln.
- Stichtage mischen. Ein Depotauszug vom Januar und eine Restschuld vom Juni ergeben eine Zahl, die es nie gab.
- Die Haltekosten ignorieren. Zwei gleich viel werte Vermögenswerte sind nicht gleichwertig, wenn einer monatlich 1.500 € an Steuern, Versicherung und Instandhaltung kostet.
So geht es in AOS
Wie oft Sie aktualisieren sollten
Monatlich ist sinnvoll, wenn Sie aktiv investieren; für die meisten Haushalte reicht vierteljährlich. Legen Sie einen festen Tag fest, aktualisieren Sie alle Werte zu diesem Stichtag und notieren Sie, woher jede Zahl stammt. Märkte schwanken, einzelne Monate sind daher wenig aussagekräftig – erst die Richtung über ein Jahr zeigt, ob Ihre Entscheidungen wirken.
FAQ
Kann das Nettovermögen negativ sein?
Ja. Studierende und Berufseinsteiger starten wegen Studienkrediten oft unter null. Ein negatives Nettovermögen ist ein Ausgangspunkt, kein Urteil: Entscheidend ist, ob es jedes Jahr steigt.
Gehört das Eigenheim dazu?
Ja, zu einem realistischen Verkaufspreis, mit der Baufinanzierung als Verbindlichkeit. Denken Sie nur daran, dass sich eine Immobilie schwer zu Geld machen lässt – deshalb lohnt es sich, das liquide Nettovermögen separat zu verfolgen.
Zählt die Altersvorsorge mit?
Ja. Sie ist Teil Ihres Vermögens. Für eine vorsichtige Betrachtung können Sie sie zusätzlich nach geschätzten Steuern ansetzen.
Welches Nettovermögen ist für mein Alter gut?
Die Fed-Erhebung für 2025 nennt für US-Haushalte unter 35 Jahren einen Median von rund 33.000 US-Dollar und für Haushalte ab 75 Jahren 504.900 US-Dollar. Mediane beschreiben die Bevölkerung, sie sind kein Zielwert – Ihre eigene Entwicklung über die Zeit ist der bessere Maßstab.
Worin unterscheidet sich Nettovermögen vom Einkommen?
Einkommen ist, was in einem Zeitraum hereinkommt. Nettovermögen ist, was Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzen. Ein hohes Einkommen mit hohen Ausgaben kann das Nettovermögen stagnieren lassen; ein moderates Einkommen mit stetigem Sparen kann es jedes Jahr wachsen lassen.
Quellen
Dieser Artikel dient nur der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen werden mit Quelle und Datum angegeben.
